Erste Schritte

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Karte der Aufsichtsbezirke 1884 kleinAnfangs war jedoch die Zahl der Gewerbeinspektoren äußerst gering. Durch die Ministerialverordnung des Handelsministers im Einvernehmen mit dem Minister des Inneren vom 30. Dezember 1883 wurden die im Reichsrat vertretenen Königreiche und Länder (westlicher Teil der Monarchie, Cisleithanien) in neun Aufsichtsbezirke eingeteilt. Für jeden Aufsichtsbezirk wurde ein „Gewerbeinspector" bestellt, erster „Central-Gewerbeinspector" wurde mit Entschließung vom 30. Juni 1883 Dr. Franz Migerka. Migerka trat 1861 in die Handelskammer Brünn ein und setzte sich für die Gründung des Mährischen Gewerbevereins ein. Nach seinem Eintritt in das Handelsministeriums übernahm er zahlreiche Funktionen als Vertreter Österreichs im Ausland, zum Beispiel 1869 bei der Eröffnung des Suezkanals, 1876 bei der Weltausstellung in Philadelphia. Migerka beschäftigte sich auch mit Fragen der Volksbildung sowie der Frauenbewegung; er errichtete auf der Wiener Weltausstellung 1873 einen eigenen Pavillon für Frauenarbeit (Text über Frauenarbeit in Fabriken von F. Migerka und C. Holdhaus, Brünn 1873).

Da die Zahl der Inspektoren gering und die Ausdehnung der Amtsbezirke viel zu groß war, wurde kaum ein Prozent der zu beaufsichtigenden Unternehmungen inspiziert.

Bildrechte Stadtarchiv Dornbirn - "Vollgattersäge mit Vorrichtung zum Ausschalten der Walzenpression zur Verwendung als einfacher Sägegang."Die Aufsichtsbezirke besaßen größtenteils eine ungeheure Ausdehnung.

So bestand der 2. Aufsichtsbezirk mit dem Amtssitz in Linz aus Österreich unter der Enns mit Ausnahme des Polizeirayons von Wien (Teil Niederösterreichs), Österreich ob der Enns (Oberösterreich) und dem Herzogtum Salzburg,

1885 wurde die Zahl der Gewerbeinspektoren von zehn auf zwölf erhöht. Im Juni 1886 kam es zur Ernennung von drei weiteren Inspektoren. England hatte zu dieser Zeit bereits 55 Fabriksinspektoren.Von 1884 bis 1889 wurden 16.096 Gewerbebetriebe besichtigt. Die zwei Inspektoren für Österreich unter der Enns waren zuständig für 60.000 Betriebe, der Inspektor für Oberösterreich und Salzburg für zirka 28.000. Vier Inspektoren waren für Böhmen mit etwa 125.000 Betrieben zuständig. Mähren und Schlesien hatten drei Inspektoren zur Verfügung, hier wurden im Jahr 1885 über 56.000 Betriebe gezählt. 38.000 Betriebe in Galizien und der Bukowina sollten von einem Inspektor betreut werden.


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Kontakt: uwe.stecher@arbeitsinspektion.gv.at
Letzte Änderung am: 13.2.2009